Bestandsmanagement: Mindestbestellmenge und Mengenrabatte

Nov 15, 2020

Als Inhaber eines Webshops gehen Sie von der optimalen Bestellmenge für eine effiziente Lagerverwaltung aus, d.h. von der Anzahl, bei der die Gesamtkosten eines neuen Lagers (Bestellkosten plus Lagerkosten) am niedrigsten sind. Durch Mengenrabatte oder Mindestbestellmengen versucht der Lieferant jedoch, Sie dazu zu bringen, mehr Produkte auf einmal zu bestellen. Ist diese Vorgehensweise klug? Die Antwort auf diese Frage finden Sie in diesem Blog.

Mengenrabatt

Eine Staffelung ist eine so genannte “Stufe” bei Mengenrabatten. Grob gesagt: je mehr Sie bestellen, desto mehr Rabatt erhalten Sie.

Vorausgesetzt, die optimale Bestellmenge des iPhone DS-Gehäuses beträgt 170 Stück auf einmal. Bei dieser Stückzahl sind die Bestellkosten und die Lagerkosten perfekt ausgeglichen. Wenn Sie 30 weitere Produkte bestellen, kann es sein, dass Sie bei der Bestellung eine höhere Menge zu einem niedrigeren Einkaufspreis pro Produkt erhalten. Um zu ermitteln, ob dies vorteilhaft ist, gilt folgende Grundregel: Prüfen Sie, ob die zusätzlichen Lagerkosten, die Ihnen durch den Staffelrabatt entstehen, den erzielten Einkaufsvorteil überwiegen. 

Beispiel: Mengenrabatt

Im obigen Beispiel bringt Ihnen die niedrigere Staffelung einen Einkaufsvorteil von 10 €,-. Sie sparen 200 mal 0,05 € beim Kauf von iPhone 6S Etuis. Andererseits müssen Sie mehr ausgeben, um die 30 zusätzlichen Stücke aufzubewahren. Diese Lagerkosten lassen sich anhand der nachstehenden Formel berechnen:

Lagerkosten*:

0,5 x Anzahl der Produkte x Einkaufspreis x prozentuale Lagerkosten = 0,5 x 30 x 1,60 € x 25% = 6 €.

* Weitere Informationen über diese Formel finden Sie in unserem vorherigen Blog.

Die Zusatzkosten für die Lagerung von 30 zusätzlichen Stücken betragen also 6 €,-. Der Mengenrabatt verschafft Ihnen einen Einkaufsvorteil von 10 €,-. Netto beträgt der Rabatt 4 €,-. Die folgende Tabelle zeigt, dass die Staffelung für 200 Produkte ab einer optimalen Bestellmenge von 150 Stück interessant ist.

Mindestbestellmenge
Das Thema Mengenrabatt umfasst auch die Mindestbestellmenge (MOQ). Einige Anbieter verlangen von Ihnen, dass Sie größere Bestellungen mit einem MOQ aufgeben. Daher könnten Sie die Mindestbestellmenge als die niedrigere (obligatorische) Menge einer Bestellung ansehen. Wenn es unter Ihrer optimalen Bestellmenge liegt, stellt dies kein Hindernis dar. Wenn das MOQ über Ihrer optimalen Bestellmenge liegt, dann liegt es an Ihnen zu entscheiden, ob Sie dem MOQ zustimmen.

Beispiel: MOQ

Nehmen wir an, Lieferant A kann Ihre iPhone-Hüllen zu einem Bestpreis von 0,60 € pro Stück liefern. Der Lieferant fordert Sie über ein MOQ auf, mindestens 300 Stück auf einmal zu bestellen. Die optimale Bestellmenge beträgt jedoch 270 Stück. Ist dieses Angebot attraktiv? Um diese Frage beantworten zu können, müssen Sie angeben, wie viel zusätzliche Lagerkosten für Sie entstehen werden. Dabei ist es besonders wichtig abzuschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass Ihnen Lagerbestände übrig bleiben.

Ein anderer Weg ist, eine mögliche Alternative zu prüfen.

Lieferant B zum Beispiel bietet Ihnen die Möglichkeit, 270 Stück zu bestellen, berechnet aber 0,65 € pro Karton. Um zu ermitteln, ob es vorteilhaft ist, Ihre Bestellung bei Lieferant B aufzugeben, prüfen Sie, ob die gesamten Mehrkosten pro Produkt die reduzierten Lagerkosten überwiegen.

Die zusätzlichen Einkaufskosten insgesamt: 0.05 x 270 = € 13.50
Reduzierte Lagerkosten: 0,5 x 30 x 0,60 € x 25% = 2,25 €

Die vorstehende Berechnung zeigt, dass es in dieser Situation vorteilhafter ist, sich an die Bedingungen von Lieferant A zu halten. Auch wenn die Lagerhkosten bei Lieferant B um 2,25 € sinken, entstehen zusätzliche Kosten in Höhe von insgesamt 13,50 €, um die Bestellung hier aufzugeben. Lieferant B ist also netto um 11,35 € teurer.

Abschließend zeigen die Beispiele, dass Sie explizit bestimmen können, wann es vorzuziehen ist, von der optimalen Bestellmenge abzuweichen. Im Falle von Mengenrabatten sollten Sie überprüfen, ob die anfallenden Lagermehrkosten den dadurch erzielten Einkaufsvorteil überwiegen. Bei Mengenrabatten: Prüfen Sie, ob Sie das (obligatorische) zusätzliche Lagerrisiko auf sich nehmen können, und falls nicht, prüfen Sie, ob es möglicherweise teurere Lieferanten ohne Mengenrabatt gibt, bei denen Sie aber Lagerkosten sparen können.

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