Effizienter Einkauf; wie funktioniert es?

Aug 25, 2021

Wie bereits in unserem vorherigen Blog beschrieben, werden beim Kauf neuer Produkte Menge und Preis von der erwarteten Nachfrage während…
Wie bereits in unserem vorherigen Blog beschrieben, werden beim Kauf neuer Produkte Menge und Preis von der erwarteten Nachfrage während der Lieferzeit bestimmt. Das Verkaufen, während der Bestand auf dem Weg ist, sollte eher die Ausnahme als die Regel sein. Aus diesem Grund ist es wichtig zu bedenken, wie viel Lagerbestand gekauft werden muss, wobei zwei Variablen zu berücksichtigen sind, nämlich die Bestellkosten und die Lagerhaltungskosten.

Wollen auch Sie einen smarten und datengetriebenen Einkauf?

Bestellkosten

Die Bestellkosten sind die Kosten, die entstehen, um die Produkte ins Lager zu bringen, und zwar unabhängig von der Größe der Bestellung. Wenn diese Kosten 0 Euro betragen, können Sie jetzt mit dem Lesen aufhören. In diesem Fall dürfen Sie so viel bestellen, wie Sie wollen, so oft Sie wollen, denn es kostet nichts. Die lukrativste Strategie wäre es, jeden Tag eine kleine Anzahl von Produkten zu bestellen, was die Kosten für das Lager reduziert, aber dazu später mehr.

Damit Sie aus Ihrem Traum aufwachen; die Bestellkosten sind nie Null. Mit jeder Bestellung lassen sich mehrere fixe Betriebskosten nicht vermeiden.

Wie ermitteln Sie die Bestellkosten?

Durch die Bestellkosten ist es günstiger, bei einer Bestellung mehr Produkte zu bestellen, so dass die Kosten pro Einzelstück geringer sind. Doch wie berechnen Sie die Bestellkosten, und wie setzen sie sich zusammen? Bevor Sie neue Bestände in Ihrem Lager aufnehmen, ist es wichtig zu prüfen, was Sie intern tun müssen. Zum Beispiel wenden Sie Zeit (und damit Geld) auf, um eine Bestellung aufzugeben und die Lieferung zu erhalten.

Bestellkosten enthalten:

  • Bei der Bestellung anfallende interne Kosten (Stunden)
  • Interne Kosten, die bei der Annahme einer Lieferung anfallen (Stunden)
  • Anfangskosten des Lieferanten bei der Bearbeitung einer Bestellung
  • Fixe Logistikkosten

Lagerkosten

Lagerkosten sind die direkt oder indirekt anfallenden Kosten, um Produkte auf Lager zu halten. Lagerkosten werden immer in Prozent pro Euro des Lagerwertes angegeben. Die Lagerkosten setzen sich aus drei Teilen zusammen: Platzbedarf, Risiko und Zinsen. Wie werden diese Faktoren jedoch berechnet?

Der Platzbedarf hängt von der Größe des Lagers oder der Lagermöglichkeit ab. Denn: Je mehr Produkte Sie auf Lager haben, umso mehr Platz wird benötigt. Außerdem nehmen große Produkte, wie Drohnen, mehr Platz ein als beispielsweise Kugelschreiber. Deshalb bedeutet die Bestellung dieser großen Produkte in kleineren Mengen, aber häufig, dass weniger Lagerplatz benötigt wird, was letztlich die Lagerkosten senkt.

Ein Risiko sind die Kosten, die entstehen, wenn der Bestand veraltet ist. In anderen Worten: der Schaden, der entsteht, wenn Produkte aus irgendeinem Grund nicht verkauft werden können. Brand oder Diebstahl können zu diesen Risiken gehören, es besteht aber auch das Risiko, dass sich das Produkt einfach nicht durchsetzt. Umso mehr Produkte Sie auf Lager haben, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Produkte sich nicht mehr verkaufen lassen. Abhängig vom Produkt variiert der Risikoprozentsatz zwischen 5 und 10 Prozent des Lagerwertes. Neben anderen Faktoren beeinflussen die Aktivität der Wettbewerber und die Verkaufsentwicklung den Risikoprozentsatz.

Die Zinsen sind die Kosten Ihres Kapitals, die aus den Kosten für die Kreditaufnahme bei der Bank für den Kauf von Waren entstehen können. Die Zinsen können sich aber auch aus Gelegenheitskosten zusammensetzen: das Geld, das Sie aufgrund der Investitionsunfähigkeit, z.B. für Marketing oder AdWords, verlieren. Denn schließlich können Sie Geld nur einmal ausgeben. Als Faustregel gilt, dass Zinsen zwischen 5 und 10 Prozent berechnet werden können.

Um die gesamten Lagerkosten zu berechnen, müssen Sie die Prozentsätze für Fläche, Risiko und Zinsen addieren. Die Zinsen und das Risiko sind unabhängig von der Art der Produkte, aber von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Wie zuvor erwähnt, ist der Prozentsatz für den Lagerraum je nach Produkt unterschiedlich.

Bestellkosten vs. Lagerkosten

Um die Bestellmenge zu bestimmen, wählen Sie als Webshop-Besitzer ein optimales Verhältnis zwischen Bestellkosten und Lagerkosten, um Kosten zu minimieren. Bei umfangreicheren Bestellungen (Szenario 1) sparen Sie Bestellkosten, aber die Lagerkosten steigen. Bei kleineren Bestellungen (Szenario 2) dagegen sind die Gesamtbestellkosten in der Regel höher und die jährlichen Lagerkosten geringer.

Szenario 1: Doppelbestellung von 40 Drohnen zu 72 €,-

Kosten der Bestellung: 2 x 45€ = 90€

Lagerkosten: 0,5 x 40 x 72 €,- x 25 % = 360 €,-

Insgesamt: 450 €,-

Szenario 2: 8 Bestellungen von 10 Drohnen zu 72 €,-

Kosten der Bestellung: 8 x 45 € = 360 €.

Lagerkosten*: 0,5 x 10 x 72 €,- x 25% = 90 €,-

Insgesamt: 450 €,-

*Erklärung der Lagerkosten:

Um die Lagerkosten zu ermitteln, wird der durchschnittliche Lagerbestand (0,5 x Anzahl der bestellten Produkte) ermittelt. Im Szenario 1 sind in der Zeit nach einer Bestellung durchschnittlich 5 Drohnen auf Lager. Um den durchschnittlichen Lagerwert dieses Produkts zu berechnen, multiplizieren Sie den durchschnittlichen Lagerbestand mit dem Einkaufspreis (0,5 x 10 x € 72,-). Um die endgültigen Lagerkosten zu ermitteln, nehmen wir den zuvor festgelegten Prozentsatz für Raum, Risiko und Zinsen (25%).

Optimale Bestellgröße

Wie oft Sie neue Drohnen bestellen, hängt von vielen Faktoren ab. Im obigen Berechnungsbeispiel können Sie erkennen, dass es keine Rolle spielt, ob Sie 8-mal im Jahr 10 Drohnen oder 2-mal im Jahr 40 Drohnen bestellen. In beiden Fällen betragen die Gesamtkosten (Lagerkosten + Bestellkosten) € 450,-. Die optimale Bestellmenge wird mit 4 mal 20 Drohnen erreicht. Die Gesamtkosten werden dann minimiert (€ 360,-).

Optimal: 4 mal 20 Drohnen zum Preis von72 €,- zu bestellen
Bestellkosten: 4 x 45 € = 180 €.
Lagerkosten: 0,5 x 20 x 72 €,- x 25 % = 180 €,-
Insgesamt: 360 €

Wie häufig Sie neue Drohnen bestellen, hängt von vielen Faktoren ab. Im obigen Rechenbeispiel sehen Sie, dass es keine Rolle spielt, ob Sie 8-mal im Jahr 10 Drohnen oder zweimal im Jahr 40 Drohnen bestellen. In beiden Fällen betragen die Gesamtkosten (Lagerkosten + Bestellkosten) 450 €-. Der optimale Bestellumfang wird mit 4 mal 20 Drohnen erreicht. Die Gesamtkosten werden dann minimiert (360 €,-).
Optimal: Bestellung von 4 mal 20 Drohnen zu 72 €,-.
Kosten der Bestellung: 4 x 45 € = 180 €.
Lagerkosten: 0,5 x 20 x 72 €,- x 25 % = 180 €,-.
Insgesamt: 360 €

Sind wir dort angekommen? Noch nicht ganz. Zum Beispiel können Mengenrabatte, Mindestbestellmenge (MOQ) und das Hinzufügen neuer Produkte zum Angebot Abweichungen vom obigen Szenario verursachen. Der Einfluss dieser Abweichungen wird im nächsten Blog ausführlicher besprochen.

Optiply-dashboard-laptop-2-EN

Wollen auch Sie einen smarten und datengetriebenen Einkauf?

Recente artikelen

Lagerkosten: Wie hält man sie niedrig?

Lagerkosten: Wie hält man sie niedrig?

„Wie kann ich als Unternehmen möglichst viel Kontrolle über meine toten Bestände behalten?“ Diese Frage beschäftigt viele Unternehmer und Großhändler. Es ist...